5 Journaling Methoden für wertvolle (Schreib-)Routinen

Journals, Schreibgeräte und Prompt Liste auf einem Tisch als Titelbild zum Beitrag 5 Journaling Methoden für wertvolle (Schreib-)Routinen auf dem Papier Direkt Blog

Journaling Methoden liefern wertvolle Routinen für mehr Achtsamkeit und Orientierung in unserem Alltag. Mit dem freien „Stream of Consciousness“ und dem täglichen 5-Minuten-Journal über die periodische Reflexion und intensives Prompt Journaling bis hin zum kreativem Art Journaling stellen wir Euch hier einige Möglichkeiten dafür vor.

Die Schreibroutinen sind wunderbare, wohltuende wie effektive Werkzeuge für mehr Bewusstheit, Klarheit, Balance, Fokus und (kreativen) Selbstausdruck. Sie helfen bei der Reflexion, beim Treffen von Entscheidungen und fördern die persönliche Weiterentwicklung.

Findet heraus, welche Journaling Technik am besten zu Euren Bedürfnissen, Eurer Zeit und Eurer Art zu denken passt. Das Schöne ist, Ihr könnt jederzeit damit beginnen, das Journaling auszuprobieren. Fünf Minuten reichen für den Anfang. Los geht’s!

Stream of Consciousness (Gedankenfluss)

Beim Stream of Consciousness geht es darum, Eure Gedanken fließen zu lassen. Die Journaling Methode ist schnell erklärt: Schlagt eine leere Journalseite auf, setzt den Stift aufs Papier und legt los. Schreibt einfach auf, was Euch gerade durch den Kopf geht – das kann alles sein, von „ich bin müde“ über „ich habe Lust auf eine Fahrradtour“ bis zur Einkaufsliste für das Wochenende. Wenn ein Gedanke abreißt, dann springt ruhig zum nächsten. Es braucht weder eine Überschrift oder ganze Sätze noch Zusammenhänge oder einen Plan.  

Das Schöne am Stream of Consciousness: Ihr gebt Euren Gedanken ganz ungefiltert Raum. Beim Schreiben wird Euch bewusst, was Euch gerade beschäftigt. Meist ordnen sich die Gedanken ganz automatisch ein wenig. Im Kopf wird es etwas ruhiger und der Prozess, die Dinge aufs Papier zu bringen, wirkt wunderbar entlastend.

Morning Pages

„Morgenseiten“ sind eine leicht zu integrierende, befreiende Routine, um in den Tag zu starten. Foto: Prophsee Journals auf Unsplash.

Deshalb eignet sich diese Journaling Methode auch wunderbar als Morgenroutine. Ihr trinkt Euren ersten Kaffee meist scollend am Handy? Nehmt doch stattdessen in den nächsten Wochen dabei mal ein Journal zur Hand und startet mit 2 bis 3 „Morning Pages“ in den Tag.

Die Idee hinter den Morgenseiten: Ihr nutzt den noch etwas schläfrigen Moment nach dem Aufwachen für eine kurze Achtsamkeitsübung mit Stift. Dabei könnt Ihr „mental Durchlüften“, bevor Ihr den Tag, seine Todos und alles, was er so mit sich bringt, bestreitet. Ihr schafft eine Möglichkeit, fordernde Gedanken und seelischen Ballast abzuladen, um anschließend mehr Kapazitäten für produktives Arbeiten, Kreativität und eine erfüllende Freizeitgestaltung zu haben.

Die Technik wurde erstmals von Julia Cameron in ihrem Buch The Artist’s Way: A Spiritual Path to Higher Creativity vorgestellt. Darin zeigt sie, wie Kreativschaffende die „Morning Pages“ als wirksames Tool zum Auflösen von Blockaden, die die eigene kreative Praxis hemmen, nutzen können.

Tägliches 5-Minuten-Journal

Schon ein fünfminütiger, täglicher Check mit sich selbst schafft Achtsamkeit und kann wertvolle Erkenntnisse für den Alltag liefern.

Euch fällt es schwer, den Einstieg in die Journalingpraxis zu finden? Ihr denkt, Ihr habt nicht die Zeit dafür? Dann versucht Euch doch mal am täglichen 5-Minuten-Journal. Der Zeitinvest ist minimal, ein paar Minuten Journaling lassen sich in jedem Tag unterbringen. Wichtig ist bei dieser Methode vor allem die Regelmäßigkeit: Ihr stellt Euch jeden Tag die selben 2 – 3 Fragen – das kann am Morgen, am Abend oder zu jeder anderen Tageszeit sein. Zum Beispiel:

  • „Was würde den heutigen Tag zu einem guten Tag machen?“
  • „Welche Gewohnheit möchte ich heute trainieren?“
  • „Was möchte ich heute nicht tun?“ oder
  • „Warum bin ich heute stolz auf mich?“
  • „Was habe ich heute gelernt?“
  • „Wobei hätte ich es mir leichter machen können?“

Ziel dieser Journaling Methode ist es, eine Gewohnheit zu etablieren und den Blick bewusst auf die Dinge, die Euch wichtig sind / Euch gut tun, zu richten. Dabei könnt Ihr eine Menge über Euch lernen. Besonders auch, wenn Ihr nach einer gewissen Zeit durch die Einträge blättert. Vielleicht werdet Ihr staunen, wie sich manche Dinge verschoben haben und Ihr werdet erkennen, was Ihr mittlerweile schon gelernt und geschafft habt. Vergesst dann auf keinen Fall, diese kleinen Erfolge zu feiern.

Dankbarkeitsjournal

Das Dankbarkeitsjournal ist ein schönes 5-Minuten-Journal, mit dem Ihr den Fokus weg vom Negativen nehmt und Euch stattdessen mit positiven Dingen beschäftigt. Die Methode ist ebenso simpel wie hilfreich und effektiv. Fragt Euch „Wofür bin ich heute dankbar?“, um positiv in den Tag zu starten oder ihn mit Dankbarkeit zu beenden. Ihr übt Euch darin, viele kleine, schöne Dinge wahrzunehmen und wertzuschätzen. Das hebt die Grundstimmung, Ihr fühlt Euch besser und habt ein positiveres Mindset.

Periodische Reflexion

Die tägliche Journaling Routine fokussiert als Momentaufnahme den aktuellen Tag. Orientierung schafft sie eher kurzfristig. Mit der Methode der periodischen Reflexion hingegen geht Ihr bewusst in die Retrospektive und richtet den Blick auf längere Zeiträume, wie zum Beispiel einen Monat oder ein Quartal. Durch den größeren Abstand könnt Ihr wiederkehrende Themen, Muster und Entwicklungen erkennen und herausarbeiten. Ziel der periodischen Reflexion ist eine Art „Auswertung“, um Erkenntnisse für die persönliche Weiterentwicklung zu gewinnen. Sie zielt nicht auf die Stimmungsregulation ab, sondern darauf, Erfahrungen über einen größeren Zeitraum analytisch zu ordnen, zu bewerten und in einen Plan aus umsetzbaren nächsten Schritten zu überführen.

Ihr könnt zum Beispiel darauf schauen, mit welchen Vorhaben ihr vorangekommen seid und welche stagnieren. Arbeitet heraus, was die Gründe und Hindernisse im Innen und Außen waren und prüft, was Ihr anpassen könnt. Die periodische Reflexion hat das Ziel, (Selbst-)erkenntnisse zu gewinnen und für die Zukunft aus der Vergangenheit zu lernen.

Prompt Journaling

Viele Journaling Methoden sind psychologisch wertvolle Tools, die weit über klassisches Tagebuch schreiben hinausgehen.

Prompt Journaling ist Journaling mit Tiefgang. Wie die periodische Reflexion ist diese Methode kein Drauflosschreiben und geht über tägliche Gedanken hinaus. Beim Journaling mit Prompts arbeitet Ihr mit gezielten Fragen bzw. Denkansätzen, um ein spezifisches Thema Schicht für Schicht zu betrachten. Ihr nutzt Euer Journal für eine tiefe Auseinandersetzung und könnt dabei innere Konflikte kennenlernen, verschiedene Perspektiven einnehmen und Lösungen herausarbeiten. Nicht ohne Grund ist Journaling ein psychologisch wertvolles und etabliertes Werkzeug zur Therapiebegleitung.

Wenn Euch ein bestimmter Umstand oder ein konkretes Problem beschäftigt, dann stellt eine Liste mit passenden Prompts zusammen, die bei der Auseinandersetzung mit dem Thema helfen.
Hier sind z. B. 10 Ideen für Journaling Prompts, um das eigene kreative Schaffen zu beleuchten:

  • „Was bedeutet Kreativität für mich?“
  • „Wie und wofür kann ich meine Kreativität täglich einsetzen?“
  • „Welcher Ort / welche Umgebung inspiriert meine Kreativität?“
  • „Wie kann ich mehr Gelegenheiten schaffen, mich an diesem Ort aufzuhalten?“
  • „Was ist ein kleines kreatives Projekt, das ich heute umsetzen kann? Wie kann ich es an meinen persönlichen Stil anpassen?“
  • „Was ist eine Angst / ein Hindernis, das mich kreativ zurückhält? Wie kann ich es überwinden?“
  • „Was kann ich lernen, um meine kreativen Fähigkeiten und mein Wissen zu erweitern?“
  • „Wie kann ich mich mehr mit inspirierenden Menschen umgeben, die meine Kreativität fördern?“
  • „Welche Aktivitäten kann ich ausüben, um meine Fantasie anzuregen?“
  • „Was hilft mir, meine Komfortzone zu verlassen?“

Gute, durchdachte Fragen zu einem Thema bringen Euren Kopf vom Autopiloten in den Analyse- und Entdeckermodus. Durch eine detaillierte Auseinandersetzung lassen sich meist viele kleine Stellschrauben identifizieren, die Veränderung und Weiterentwicklung ermöglichen. Das Schöne an Prompt Journaling ist, dass es oft für zahlreiche Aha-Momente sorgt.

Je ausführlicher Eure Prompt Liste, desto besser. Ihr wollt Euch hier ja nicht nur oberflächlich mit einem Thema beschäftigen. Das Internet ist eine schier unendliche Fundgrube für verschiedene Denkansätze. Ihr könnt FAQs, Blogs, Newsletter und Foren durchsuchen. Es gibt mittlerweile sogar eine Vielzahl an Webseiten, die Journal Prompt Ideen zu den unterschiedlichsten Themen sammeln.

Art Journaling

Natürlich können wir Euch in diesem Betrag nicht alle Journaling Methoden vorstellen, aber sicher habt Ihr schon jetzt einen Eindruck, wie unfassbar vielfältig Journaling ist. Noch deutlicher wird das, wenn wir zuletzt einmal auf das „Art Journaling“ schauen.

Es verbindet Journaling mit kreativem Ausdruck. Kennt Ihr es, dass Wörter manchmal nicht funktionieren? Dass Gedanken sich nicht konkretisieren und Emotionen sich mit Sätzen nicht beschreiben lassen? Dann versucht es doch stattdessen mit dem abstrakten, künstlerischen Weg. Farben, Formen und intuitives Malen helfen dabei, in Kontakt mit sich selbst zu kommen und können eine wunderbare Form des Stimmungs- und Selbstausdrucks sein. Mehr dazu erfahrt Ihr im Beitrag Die Kraft der intuitiven Mixed Media Kunst – Interview mit Kathrin Seigel (@studio_freudwaerts).

Malen, Zeichnen, Schreiben, Kleben, Schichten – beim Art Journaling könnt Ihr alles ganz frei kombinieren. Es schafft zusätzliche Möglichkeiten, sich auszudrücken und kann deshalb wunderbar erfüllend sein. Das weiß zum Beispiel auch die Künstlerin Karli S. Im Beitrag Herzensthema Art Journaling: Karli S. im Interview erzählt sie Euch, was den Zauber von Art Journaling ausmacht und wie es funktioniert. Im Beitrag DIY Anleitung: Art Journal selbst binden zeigt Euch die Kreativschaffende Tamara Egem nicht nur, wie sie ihre Art Journals selbst bindet, sondern gibt Euch auch 5 konkrete, praktische Tipps an die Hand, um in den kreativen Art Journaling Flow zu finden.

Erzählt doch mal – Praktiziert Ihr Journaling regelmäßig? Welche Journaling Methoden nutzt Ihr und warum? Oder habt Ihr jetzt vielleicht Lust bekommen, Journaling zum ersten Mal auszuprobieren? Wir können es Euch auf jeden Fall wärmstens ans Herz legen!

Übrigens: Im Beitrag Wie Euch das Schreiben mit der Hand bereichert könnt Ihr nachlesen, warum es sich generell lohnt, häufiger von Hand zu schreiben. Noch mehr Vorteile, die das Schreiben mit der Hand bietet, zeigen wir Euch im Beitrag Internationaler Tag der Handschrift.

Euch fehlt noch das passende Heft für Eure individuelle Journaling Routine? In unserer Blog Kategorie DIY Journals & Sketchbooks – Ideen & Inspirationen findet Ihr ganz viele Ideen und Anleitungen für selbstgemachte kreative Bücher. Schaut vorbei!

Diesen Beitrag teilen | Share this post:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert